So lange Menschen auf der Erde leben, haben sie Kämpfe untereinander ausgefochten. Ebenso lange dürfte es auch Methoden geben, mit denen Schwächere versucht haben, stärkere Gegner zu besiegen.


In Japan ist Sumo die älteste Kampfart ohne Waffen. Sumo ist in Japan heutzutage ein nationaler Volkssport und erfreut sich auch in Europa großer Beliebtheit.
Es gab in Japan, aufgrund seiner kriegerischen Vergangenheit, eine ganze Reihe waffenloser Verteidigungskünste, die sich in verschiedenen Stilen entwickelten und heute unter dem Oberbegriff Jiu-Jitsu zusammengefasst werden.


Der Gründer des Judo Jigoro Kano lernte Jiu-Jitsu in mindestens zwei dieser Stile, bis er 1882 seine eigene Schule, den Kodokan, in Tokio und damit seinen eigenen Stil gründete. Das Judo war geboren. Zu Anfang war Judo eine komplette Kampfkunst, die neben Würfen, Halte- und Würgegriffen und Armhebeln auch Schläge, Tritte und sogar Techniken mit Waffen beinhaltete.
Kano legte dabei Wert darauf, dass seine Schüler die Lehren des Judo nicht nur im Dojo und im Wettkampf beachteten, sondern sah Judo ebenfalls als Erziehungssystem, dessen Prinzipien sich in allen Lebenslagen anwenden lassen.


Über viele Jahre hinweg entwickelte sich Judo zu der modernen olympischen Zweikampfsportart, die wir heute kennen und unterrichten.
Die gefährlichen Techniken (z.B. Schläge und Tritte) wurden nach und nach entfernt, sodass es heute ein sicheres, einheitliches Regelwerk gibt, nach dem sich Menschen weltweit messen.


In Europa hörte man zum ersten Mal um 1900 von der Kampftechnik Jiu-Jitsu. 1906 wurde in Berlin die erste Jiu-Jitsu Schule eröffnet. 1922 fand die erste Meisterschaft statt. 1930 gab es schon 100 Dojos in Deutschland und 1932 wurde die Europäische Judo-Union gegründet. In Dresden wurde 1934 die erste Europa-Meisterschaft mit fünf Gewichtsklassen ausgetragen.


Im zweiten Weltkrieg kommt der Wettkampfsport zum Erliegen und Judo wird als Waffe angesehen und somit 1945 von den Alliierten verboten. Erst allmählich kommt der Sportbetrieb wieder in Gang. 1952 wird das Deutsche Dan-Kollegium gegründet, 1956 der Deutsche Judo-Bund (DJB) und 1964 wird Judo als olympische Disziplin in Tokio zugelassen.


Noch heute gewinnt Judo stetig an Bedeutung und es entstehen immer mehr Judoschulen. 1970 fand die erste Damen-Judomeisterschaft statt. Inzwischen gibt es auf der Welt Millionen Judoka, die in vielen Ländern zu Organisationen zusammengeschlossen sind.
Judo hat sich heute endgültig als moderne Wettkampfsportart etabliert.