16.07.2026 | Sommercamp Tag 5

Still ruhte der See. Glatt lag seine Oberfläche da, bevor er ein letztes Mal erschüttert wurde. Von dem Gebrüll eines vielstimmigen Monsters: KIKA, KIKA, KIKA Tanzalarm. Nicht weit weg tobte dieses Monster, als ein wilder Haufen, tanzend, fliegend wie ein Flieger, robbend wie eine Robbe, tigernd wie ein Tiger. Ein letzter lauter Abend. Ein letzter schmutziger Abend. Ketchup in den Mundwinkeln und in den Haaren, auf den T-Shirts sowieso. Und wenn es kein Ketchup war, dann Fett von den Würstchen oder von Eiscreme.

Dass die Kinder am Abend so schmutzig sein würden, war freilich nicht der Plan.  Die Grundidee war eine andere. Den See wollten wir heute einmal sich selbst überlassen und in die Müritztherme fahren. Ein letztes Toben im Wasser – rutschen, spritzen, schwimmen, Blubberbläschen die Badehosen aufblasen lassen. Und zwei Mal Duschen, vorher und nachher. Sauber würden die Kinder sein, und gut duften. So hofften wir. Doch Pustekuchen. Sauber zu bleiben, ist kein Merkmal der Kindheit.

Und dann war es so weit: DJ Kalle spielte das letzte Lied. Vorbei, war gewesen. Und während einige Betreuer die Reste der Feier wegkehrten, ein letztes Mal Tische und Stühle zurückstellten, kehrte langsam Ruhe ein im Camp. Ein letztes Mal. Der See glättete sich wieder, dunkel spiegelte sich die Dämmerung. Noch einmal würde er nicht erschüttert werden.

Die letzte Nacht. War das den Kindern bewusst? Wer weiß. Vielleicht ist auch Sentimentalität kein Merkmal der Kindheit. Der Blick zurück immer ein Blick mit Stolz, der Blick nach vorne einer mit Vorfreude auf das, was kommen mag. Morgen geht es nach Hause. Sicher mit Stolz und Freude.